In den letzten Tagen war ich im Pamirgebirge in der tajikischen autonomen Provinz Badakhshan unterwegs. Nach dem Adrenalinkick vom Flug (Dushanbe – Khorog) habe ich mit einer netten Dolmetscherin den Nachmittag in Khorog verbracht. Am nächsten Tag ging es in einem chinesischen Minibus (das sind die $ 1000 Wägelchen, die in Europa nicht durch die TÜV-Tests kommen) ins Wakhan Tal. Man fährt die ganze Zeit an der tajikisch-afghanischen Grenze entlang. Die Landschaft ist wirklich atemberaubend schön! Dazu hat die Gegend auch das nötige zu bieten. Ich nenne nur mal die auf englisch „Hot springs“ genannte Warmwasserquellen, die es im südlichen Teil der Provinz reichlich gibt. Männer und Frauen baden getrennt. Manche dieser hot springs sind wunderschön und sind mehr als angenehm. Mann kennt hier keine Douches, deshalb benutzen die Bewohner die hot springs als öffentliche Bäder.
Badakshan hat unter dem Bürgerkrieg der 90’er Jahre des letzten Jahrhunderts stark gelitten. Die Gegend hat ausser Bergen nichts zu bieten und war vollkommen auf Regierungshilfe angewiesen. Alles ausser Wasser musste aus Dushanbe und vorher Moskau eingeflogen werden. Nun müssen die Pamiri, wie die Bevölkerung hier genannt wird, sich selber irgendwie retten. Die Folge: man wahnt sich in Afrika, dann allerdings im Schnee und auf 4.000 Meter Höhe. Die kleinen Felder werden wieder mit Ochsen bestellt und alles andere wird per Hand gemacht. Geld für Sprit hat man hier nicht, deshalb sieht man hier auch keine Traktors mehr. Afghanistan liegt zwar auf der anderen Seite des Flusses, aber es wird da nicht viel anders aussehen als auf der tajikischen Seite.
Die Gastfreundschaft der hiesigen Menschen kennt wortwörtlich keine Grenzen. Wie oft wir hier zum Essen und Tee Trinken eingeladen werden, kann ich schon gar nicht mehr zählen. Es hat auf jeden Fall viele schöne Bilder der Menschen aus dieser Region geführt.
Mit meinem Fahrer hatte ich am Anfang ein Problem. Er arbeitet nicht für die Firma, wo ich meine Tour gebucht hatte und somit war ich für ihn nur ein Taxifahrer, der selber schon wissen sollte, was er sehen möchte. Ich wiederum ging davon aus, dass der Fahrer genau alle wichtigen Orte und Plätze kennen würde. Tat er aber nicht. Zum Glück war sein Neffe mitgekommen, der gut englisch sprach. Da ich eine sehr detaillierte Liste aus dem Internet (mit allen Sehenswürdigkeiten) bei hatte, konnten wir durch Improvisation doch vieles machen. Ich sagte, was ich wo sehen wollte, und der Neffe fragte dann im jeweiligen Dorf nach, wo zum Beispiel die Tempel, Ruinen usw. waren. Ich konnte zwar nicht alles sehen, was auf meiner Liste stand, dafür führte die improvisierte Tour zu Ereignissen, die normale Touristen nie in ihrem Leben erleben würden.
Nach zwei Tagen im Wakhan Tal (immer mit atemberaubenden Blich auf den Hindukush!!!!) kam ich am dritten Tag endlich auf den bekannten Pamir Highway. Der ist wirklich gottverlassen, am „verkehrsdichtesten Tag“ sind uns gerade ganze 4 Autos begegnet. Die Landschaft scheint hier nicht so spektakulär. Man befindet sich aufm Highway durchschnittlich über 3.500 Meter und dann erscheinen die 6.000’er Berge eher klein! Mit der Höhe hatte ich keine Probleme, auch nicht, als ich auf 4.000 Meter übernachtet habe. Das war in Karakul, kurz vor der Grenze mit Kyrgystan. Da konnte ich China vor der Haustür sehen (nur aus 100 Meter Entfernung). Und wenn man sich in Karakul umdreht und über den gleichnamigen See schaut, sieht man in 60 Kilometer Entferung den Pik Lenin, eins der höchsten Berge der Provinz (etwa 7.100 Meter). In Karakul gab es Nachtfrost, hier habe ich meine Winterklamotten dankbar benutzt.
Kurz noch ein Paar Worte zur Tierwelt. Ich war überrascht, dass es auf 4.000 Meter Höhe noch so viele Tiere zu sehen gibt. Ausser den Yaks (leckerer Butter!) und den ewigen Eseln gibt es sogar noch Vögel, wenn auch nur wenige. Im Wakhan Tal habe ich sogar aus nächster Nähe einen Adler fotografieren können, welch ein imposantes Tier! Und am niedlichsten fand ich die Bergmarmotten, die hier etwa einen halben Meter groß werden. Diese Tiere sieht man überall und werden auch (wegen Fell und Öl) gejagt, aber nicht gegessen. Das verbietet der Koran nämlich.
Badakhshan, welch eine bitterarme und zugleich durch die Warmhärzigkeit der Menschen reiche Gegend!
Die Bergen, hier in der Naehe von Khorog. Hier gibt es noch Baeume
Frauen bereiten das Essen in einem typischen Pamiri-Haus vor:
Ein so genannter „hot spring“ (Heisswasserquelle) – SUPER um darin zu baden:
Ein Mazar, davon gibt es ganz viele. Die Hoerner stammen von den Marco Polo Schafen. Es ist ein kleiner heiliger Ort:





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